Funk und Fernsehen - Bettelhochzeit

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Funk und Fernsehen

Bettelhochzeit 2003 > Wie es damals war

Am 12.2.2003 überträgt der 1. Bayerische Rundfunk zwischen 19 und 20 Uhr einen Beitrag zu "Das Brauchtum der Emmeringer Bettelhochzeiten" Bettelhochzeiter sind Medienstars


Rundfunk entdeckt Emmeringer Traditionsveranstaltung

VON WALTER CZERMAK Emmering - Jetzt werden die Emmeringer Bettelhochzeiter endgültig zu Medienstars. Auch der Bayerische Rundfunk hat sich des Brauchtums in der südöstlichen Landkreisgemeinde angenommen. Im Programm Bayern 1 geht es um die Tradition dieser Veranstaltungen, aber auch um das bevorstehende Faschingsspektakel, das am 2. März in Emmering über die Bühne geht.

Hochzeiten im Fasching haben eine lange Geschichte. In der Mühldorfer Stadtkämmerei sind Ausgaben für Beteiligte an einer solchen Veranstaltung bereits im Jahr 1513 verzeichnet. In München fand bald darauf eine Bauernhochzeit als Fastnachtsspiel statt. Und in Garmisch ist anno 1605 ein maskierter Hochzeitszug sogar in die Kirche eingedrungen, um den Pfarrer zu "dratzn".

Gaudiveranstaltungen dieser Art waren in 293 Gemeinden Bayerns mindestens bis zum Ersten Weltkrieg der Brauch - manche sind jährlich, viele aber nur alle zehn oder 15 Jahre abgehalten worden, und dann mit allem Drum und Dran wie Hochzeitszug, Trauung, Ansprachen, Hochzeitsmahl, Ehrentänzen, Geschenkübergaben, Brautstehlen und so weiter. Wie in Emmering ist das "Vadrahtrum" oft ein zentraler Punkt. Denn alle weiblichen Rollen sind fest in Männerhand: Braut, Ehrenmutter, Ehrenjungfrauen - lauter gstand`ne Mannsbuider, der Bräutigam aber ein möglichst schmächtiges, klein gewachsenes Manderl, das eine Leiter braucht zum Abbusseln der hochgewachsenen Braut am Misthaufen droben, wo die Trauungszeremonie offiziell vollzogen wird.

Das ganze Spektrum örtlicher Vereine richtet so ein Fest aus. Wochenlang sind die Hochzeitslader, die Progoder, unterwegs mit der Einladung zum Fest. Und die Scheidung noch in selbiger Nacht oder am Aschermittwoch, spätestens aber am nächsten 11. 11. ist schon programmiert. Ursache immer: Das Kreiz mit dem Wei.

Ausführlich ging Moderatorin Heidi Heres in der Sendung des Bayerischen Rundfunks auf die bevorstehende Emmeringer Bettelhochzeit ein. Und eine Freude war es, ihr dabei zuzuhören, wie sie auf "Hochbayerisch" alle komplizierten Namen des Brautpaares vollkommen "dialektgerecht" daher sagte: "Im Ebersberger Land, mitten im Dreieck zwischen München, Rosenheim und Wasserburg, präsentieren die Emmeringer heier ihre berühmt-berüchtigte Bettelhouzat, die nur alle elf Jahre stattfindet, deren Vorbereitung aber eine ganze Vereinsgemeinschaft fast ebenso lang beschäftigt. Seit sechs Wochen san schon vier Progoder zu den rund 400 Haushalten der Gemeinde Emmering unterwegs und richten an schen Gruaß vom Brautpaar aus. Die ehrenwerte Jungfrau Johanita Glousetta Hodkoansogga, Stoi- und Landstreicherin vo da Schoidorfer Eselsbroatn heirot den halbg`wochsnen Fuiznstumpn Insa Zäppei Kimdnedzuawa, Dachrinnfligga vo da Noadholzseitn. Wann`s die Trauung erlebn mecht`s vo dene zwoa Schener, müßt`s am Faschingssonntag, den 2. März, kurz noch oans zum Misthaufa zwischen Emmering und Hirschbichl renna, zum großen Bettelzug, der sich um 13.13 Uhr, begleitet von Blasmusik, in Bewegung setzt. Das extra gebraute Festbier ,Armer Schlucker` sowie das traditionell verabreichte ,Saure Lingerl mit Semmignedl` wern keinen Bettelhochzeitsbesucher verkummen lassen."

So fiebert man in der Gemeinde Emmering und mit Sicherheit auch weit darüber hinaus der Bettelhochzeit 2003 entgegen. Und wenn das Wetter einigermaßen mitmacht, dann wird die Veranstaltung bestimmt für viele Leute ein Faschingserlebnis besonderer Art.

Bereits am kommenden Samstag, 22. Februar, trifft sich die ganze Emmeringer Bettelhochzeitsgesellschaft um 20 Uhr im Saal des Gasthofs Bichler zur Nachthochzeit.

mm - Ebersberger Zeitung

Datum: 20.02.2003

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü